Es ist Winter.
Es ist Winter. Mir ist kalt. Aber ich geh raus. Ich ziehe meine Jacke an, binde meinem Schal um, setze meine Mütze auf. Ich bin bereit - nein, nicht ganz. Die Handschuhe.. Ich verlasse das Haus. Es ist kalt, so bitterkalt. Eigentlich möchte ich wieder rein, aber was soll ich da? Mir fällt die Decke auf den Kopf. Ich kann nicht einfach so zu Hause sitzen, alleine sein. Ich gehe also spazieren, es ist dunkel. Eigentlich hab ich Angst im Dunkeln, aber so dunkel ist es gar nicht, denn der Schnee reflektiert das Licht der Sadt. Das liebe ich am Winter, wie das Licht der Stadt durch den frisch gefallenen Schnee reflektiert wird. Ich gehe schnell, bin in Eile, obwohl mich nichts und niemand erwartet. Mir ist kalt. Bin ich doch so einsam. Fühle mich wohl, denn mein kaltes Herz erträgt keine Wärme mehr. Das passt alles ganz gut zusammen, denke ich in diesen Moment. Aber verdammte Scheiße, ich will jetzt nicht hier in diesem dunklen und bitterkalten Wald sein, ich will zu Hause sein, in den Arm genommen und geküsst werden. Ich laufe nach Hause, die Angst macht sich breit. Mein hektischer Atem stößt in weißem Rauch aus meinem Mund, immer schneller werdend. Was erwartet mich, wenn ich angelangt bin? Im warmen, gemütlichen Haus, was wird dort sein? Bin ich bereit dazu? Gehöre ich nicht dahin, wo man sich am wohlsten fühlt? Ich fühle mich zu Haus nicht wohl, mein Heim ist mir fremd. Es ist einsam, es ist kalt. Ich gehe ins Bad und schau mir ins Gesicht. Was für schöne, blasse Lippen ich habe. Und meine Augen, so grün wie der finstere Wald bei Tag. Nur meine Stupsnase gefällt mir nicht. Sie ist knallrot, brennt, weil die eiskalte Nase plötzlich mit soviel Wärme konfrontiert wird.
Ich lege mich in mein Bett und schlafe und träume, und schlafe und träume.
Mitten in der Nacht weckt mich etwas Warmes, etwas Gewohntes. Ich fühle mich auf einen Schlag geborgen, mehr denn je. Ich drehe mich um und der blonde Engel lächelt mich an. «Schlaf weiter, Häschen.» sagt er und legt sich zu mir. Ich habe mein zu Hause gefunden. Ich habe den Grund gefunden, wofür ich im Dunkeln rennen muss, was auf mich wartet.
Danke, Engelchen, danke.
Ich lege mich in mein Bett und schlafe und träume, und schlafe und träume.
Mitten in der Nacht weckt mich etwas Warmes, etwas Gewohntes. Ich fühle mich auf einen Schlag geborgen, mehr denn je. Ich drehe mich um und der blonde Engel lächelt mich an. «Schlaf weiter, Häschen.» sagt er und legt sich zu mir. Ich habe mein zu Hause gefunden. Ich habe den Grund gefunden, wofür ich im Dunkeln rennen muss, was auf mich wartet.
Danke, Engelchen, danke.

1 Comments:
Diese Poesie, mit der du deinen Winterspaziergang beschreibst, geht in die Seele. Spätestens, wenn du "Was für schöne, blasse Lippen ich habe." schreibst, will der Leser diesen schönen Lippen einen Kuss schenken.
Ob dein blonder Engel eine Fantasie ist, ein Traum oder eine wirkliche physikalische Gestalt hat, das bleibt uns Lesern einen schönen Geheimnis.
Deine Poesie und Gedanken sind jedenfalls würdig eines Engels.
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